Bettenhausen, Jacob Wilhelm Ernst

 

Dienstgrad :      Gefreiter

Nationalität :    deutsch

 

Geburtsdatum : 1.11.1898

Geburtsort :      Weißenhasel ü. Bebra

 

Todesdatum :    22.5.1945, 23:00 Uhr

Todesort :         Idstein, Reservelazarett II

Todesursache :  Pneumonie, Herzkollaps

 

Eintrag des Sterbefalls im Standesamt:    StA Idstein, Nr. 124/1945

 

Lage auf dem Friedhof in

Block : 14                        Reihe : 4                         Grab : 75

 

Letzte Einheit : 1. Kp. Ld. Schtz. Btl

 

Kontakt zu Angehörigen vorhanden

 

 

Ernst Bettenhausen wurde am 24.5.1945 katholisch beerdigt. Der katholische Pfarrer Dr. Pfeiffer vermerkte im Kirchenbuch: „Alle Daten unbekannt. Bedingungsweise absolviert und hl. Ölung gespendet.“ Laut Sterberegister war Ernst Bettenhausen evangelisch und von Beruf Landwirt. 1929 heiratete er in Wichmannshausen Berta Elise Bettenhausen, geb. Fernau (9.11.1903 – 4.2.1965). Beide hatten zusammen fünf Kinder: Willi (*3.5.1932), Anna (*4.6.1933), Frieda (*1.3.1935), Martha (*5.10.1938) und Fritz (*27.8.1940).

 

Seine Eltern waren Nicolaus Bettenhausen und Elise Margarete, geb. Becker, aus Weißenhasel. Ernst hatte noch einen Bruder, Fritz Bettenhausen. Er war 1896 geboren und kämpfte im Ersten Weltkrieg. Ernst musste nicht in den Krieg. Fritz Bettenhausen fiel im Krieg.

 

Als Ernst Bettenhausen 1942 zur Wehrmacht einrücken musste, machten sich sowohl der Pfarrer als auch der Bürgermeister dafür stark, dass er wegen seiner vielen Kinder heimatnah eingesetzt wurde. So kam er zu den Landesschützen.

 

Zuerst kam er nach Gera zur Kfz-Ausbildung. Dann ging es nach Iba (nahe Bebra) zu den Landesschützen. Hier bewachte er Kriegsgefangene, die er bei der Waldarbeit anleitete.

 

Gegen Kriegsende musste er sich dann zur kämpfenden Truppe melde. Er wurde aufgefordert, Mantel, Decke und Verpflegung mitzubringen. Laut seiner Tochter sagte er: „Müsste ich nicht Mantel, Decke und Verpflegung mitbringen, würde ich mir keine Sorgen machen!“

 

Als Ernst Bettenhausen mit einigen weiteren Männer aus dem Ort einrücken sollte beriefen sie sich darauf, kein Fuhrwerk zu haben und somit auch nicht einrücken zu können. Ein Großbauer im Ort stellte daraufhin einen Wagen mit Pferd zur Verfügung. Somit blieb ihnen keine Wahl – sie mussten einrücken. Sohn Willi – damals 13 Jahre und ältester Sohn – erlebte es mit und hat dies dem Großbauern niemals verziehen.

 

Es ging für sie alle bis nach Rotenburg an der Fulda, von dort mit einem LKW nach Bad Hersfeld und dann direkt in amerikanische Gefangenschaft.

 

Ernst Bettenhausen soll bereits während der Soldatenausbildung erkrankt und ins Idsteiner Lazarett eingeliefert worden sein, wo er dann an Lungenentzündung und Herzkollaps starb.

 

Die Familie erfuhr erst 9 Jahre nach Kriegsende, dass ernst Bettenhausen tot sei und in Idstein bestattet ist. Im Mai 1954 fuhr die Familie nach Idstein, um das Grab zu besuchen. Es war ein schlichtes Grab mit Erdhügel und Efeu bewachsen. Auf dem Kreuz stand nur der Name und das Todesdatum – kein Geburtsdatum.

 

Vom Friedhofswärter erfuhr die Familie, dass nach Kriegsende täglich zweimal ein Krankentransport aus Bad Kreuznach kam und Kranke ins Idsteiner Lazarett einlieferte. Darunter war auch Ernst Bettenhausen. In Idstein trafen sie auch den Pfarrer, der seinerzeit Ernst Bettenhausen beerdigt hatte (den katholischen Pfr. Pfeiffer)

 

 

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