Wohlhöfer, Konrad

 

Dienstgrad :      Grenadier

Nationalität :    deutsch

 

Geburtsdatum : 11.5.1907

Geburtsort :      Sack/Fürth

 

Todesdatum :    4.4.1945, 8:00 Uhr

Todesort :         Idstein, Reservelazarett II

Todesursache :  Hirnsteckschuss re. Schläfe mit Halbseitlähmung, Lungenentzündung, Kreislaufschwäche

 

Eintrag des Sterbefalls im Standesamt:    StA Idstein, Nr. 73/1945

 

Lage auf dem Friedhof in

Block : 13                        Reihe : 6                         Grab : 129

 

Letzte Einheit : MG Ausb.Komp.Gren.E/A Btl. 106 Aschaffenburg

 

Umgebettet am 12.1.1956 aus Idstein, X/45.

 

Kontakt zu Angehörigen vorhanden

 

 

Konrad Wohlhöfer wurde in Sack/Fürth geboren, war der älteste Sohn von sieben Kindern. Drei Geschwister stammten von seiner leiblichen Mutter Katharina, geb. Laufen – Hans (* 08.11.1908), Margaret (* 22.02.1911, sie ist im 2. Weltkrieg mit ihrem kleinen Kind bei einem Bombenangriff ums Leben gekommen) und Gretel (* 13.10.1913, später verheiratete Eckstein). Seine Mutter ist bei der Geburt des 5. Kindes gestorben. Mit der zweiten Frau von Johann, seinem Vater, bekam er noch drei Geschwister: die Brüder Michel (* 19.01.1929, ist auch im 2. Weltkrieg gefallen) und Johann (* 17.02.1931, genannt „Hanni“) sowie die Schwester Liesel (* 19.03.1930, später verheiratete Albert). Seine Stiefmutter hieß ebenfalls Katharina (geb. Blos).

 

Konrad zog später mit seinen Eltern und Geschwistern nach Nürnberg, in die Kanalstraße. Es war ein mehrstöckiges Mietshaus, pro Wohnung zwei Zimmer, kein Bad und für zwei Wohnungen eine Toilette im Treppenhaus). Anfang der 1930er Jahre kam Konrad berufsbedingt als Schlosser nach Aschaffenburg. Er arbeitete dort bei Güldner (Hersteller von Dieselmotoren und Traktoren) als Meister in der Traktorenproduktion. Zu dieser Zeit lernte er seine Frau Ella, geb. Müller (* 03.07.1912) kennen, die er im August 1932 heiratete.

 

Am 22.12.1932 kam Sohn Theo zur Welt. Die Familie zog in das Elternhaus von Ella Wohlhöfer in Untersailauf. Es war ein Bauernhof mit Stall und Scheune, sie hatten Kühe, Schweine, Hühner und Hasen. Am 10.09.1936 kam Tochter Melitta zur Welt.

 

Konrad Wohlhöfer war ein liebevoller Vater. Er hatte ein Motorrad und machte jeden Sonntag einen Ausflug mit seinen Kindern. Dann kam der Krieg, 1942 wurde Konrad Wohlhöfer eingezogen. Er wurde in Orelle in Frankreich verletzt und verlor dabei sein rechtes Auge, dann kam er wieder nach Hause und arbeitete wieder in seinem Beruf.

 

Kurz vor Kriegsende wurde er noch einmal einberufen. Er war beim Roten Kreuz in Aschaffenburg eingesetzt, durfte aber jeden Abend nach Hause. Am 3. April 1945 kam er nicht mehr heim. Er war an diesem Tag mit einem Lastwagen vom Roten Kreuz nahe Idstein unterwegs und wurde von den Amerikanern angegriffen. Er erlitt einen Kopfsteckschuss und wurde ins Lazarett nach Idstein gebracht, wo er am nächsten Morgen verstarb. Dieses erfuhr seine Ehefrau erst an Weihnachten 1945. Bis dahin wusste sie nichts über seinen Verbleib. Ella Wohlhöfer hat nie mehr geheiratet, sie schlug sich alleine mit ihren Kindern durch die schwere Zeit. Sie lebten von der Landwirtschaft, Sohn Theo musste schon als 10jähriger wie ein Mann mitarbeiten - in Stall und Feld. Ella Wohlhöfer verstarb im Februar 1998 im Alter von 85 Jahre.

 

 

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